Mitte der 70er Jahre kam der im Münsterland geborene Goldschmiedemeister Georg Zumsande (Jahrgang 1952) durch einen Tipp „meines Sandkastenfreundes“ nach Bad Honnef. Und er blieb. Und er pendelte. Wohnen in Bad Honnef, arbeiten in Köln, Meisterprüfung in Koblenz. „Ich hatte mir zu Hause eine kleine Werkstatt eingerichtet und dort vor mich her gewerkelt“. Mit Erfolg. Einige Ausstellungen in Bad Honnef und später in der gesamten Region machten den Meister und seinen Unikatschmuck bekannt. Seine Devise damals wie heute: „Unscheinbares wertvoll machen“, oder, „Alltägliches in Schmuck einbinden“.

Aber der Reihe nach. Zumsande hatte sich verliebt. In das über 200 Jahre alte Fachwerkhaus in der Hauptstraße 45. „Ich habe damals gesagt, wenn ich eine Werkstatt in dieser Stadt eröffne, dann nur dort“. Der Zufall kam ihm zur Hilfe Er lernte Lotte Schönenberg kennen, die Vermieterin, die einen Nachmieter suchte. Genau vor 30 Jahren war das. Zumsande wurde der Nachmieter, erst übernahm er nur die kleine Werkstatt, 10 Jahre später dann den heutigen Verkaufsraum dazu. „Der damalige Bürgermeister Franz Josef Kayser gratulierte mir höchst persönlich zu der Erweiterung unserer Geschäftsräume.“ Und das junge Unternehmen wuchs kontinuierlich. „Bald hatte ich vier Mitarbeiter inklusive Lehrling“.

Aufträge aus dem Umland kamen ins Haus. Die Kirche wurde auf den Meister aufmerksam, der in alten Techniken wie Granulieren, Emailieren und Ziselieren einzigartige Glanzstücke schuf. Aber auch um weltliche Dinge musste sich Zumsande kümmern. „Eine Firma bestellte bei uns 3.000 Krawattenklammern. Jede einzelne per Hand hergestellt“. Anregungen für seine unikaten Meisterwerke holt sich der passionierte Jäger aus der Natur, aus der Geschichte, aus der Heimat. Bei Ausgrabungen in Kalkriese, bei Strandspaziergängen in Holland oder bei Wanderungen durch das Siebengebirge. Eben: Alltägliches in Schmuck einbinden. Das können Muschelfragmente sein, Heinzelmännchen oder eben auch original Domgestein.

Das Fundament für seine kreative Schaffenskraft legte sein erfahrener Lehrherr Maimann im heimischen Warendorf. Nach einer „Bombenprüfung“ sog der junge Geselle beim Goldschmiedemeister Teufel in Münster zwei Jahre lang begierig auf, wie man Ideen künstlerisch zu Unikatschmuck umsetzt. Hier kam er auch mit der Restaurierung von sakralem Silbergerät, mittelalterlichen Schreinen und Reliquiaren in Berührung. Köln hieß die nächste Station. Hier arbeitete Georg Zumsande mit dem berühmten Kirchenkünstler Egino Weinert erstmals an großformatigen Objekten, Kirchenportalen, sakralen Baldachinen, Emailbildern, Reliquienschreinen und befasste sich mit Materialien wie Bronze und Messing. Sakrale Arbeiten nehmen auch heute einen besonderen Raum in seinem Schaffen ein, das Silber-Reliquiar zum Beispiel, das er für die Kathedrale St. Alban in London erstellte oder die Arbeit an der „Marienkrone“ in St. Pantaleon zu Köln. Kürzlich wandte sich Georg Zumsande mit einer eigenwilligen Bitte an den ehrwürdigen Kölner Dombauverein: Aus originalen Dombausteinen wollte er individuelle Schmuckstücke kreieren. Er war selbst verblüfft, als man ihm ein mächtiges Stück Trachit aus dem eigenem Bestand anvertraute. Dem Gestein vom Drachenfels, aus dem der Kölner Dom geschaffen wurde.

Sein neuestes Werk sieht dagegen völlig anders aus. Für die Unkeler Weinkönigin schuf er die güldene Krone. „Und das hat mir so richtig Spaß gemacht“. Spaß an der Arbeit ist sein Antrieb. „Und den“, schmunzelt der Goldschmiedemeister, „den will ich noch mindestens zehn Jahre lang haben“.

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Goldschmiede Zumsande
Georg Zumsande
Goldschmiedemeister
Hauptstraße 45
53604 Bad Honnef
Tel.: +49 (0) 2224 / 7 50 66

Öffnungszeiten:
Mi Nachmittag geschlossen
Mo – Fr 9.00 – 13.00 Uhr und 14.30 – 19.00 Uhr
Sa 9.00 – 14.00 Uhr

Mitglied im Centrum Bad Honnef e.V., einer starken Gemeinschaft.