Die neue Ausstellung im Adenauerhaus. Fotos: Daniel Stauch.

Als er geboren wurde, fuhr in Köln noch die Pferde­bahn. Als seine Kanzlerschaft nach 14 Jahren endete, testeten die Amerikaner ihre ersten Mondraketen. Konrad Adenauer erlebte die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, das Dritte Reich. 1949 wurde er mit 73 Jahren Gründungskanzler der Bundesrepublik Deutsch­land.

Jetzt will eine neue, modern konzipierte Dauerausstellung der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf vor allem auch das Interesse jüngerer Generationen am ersten Bundeskanzler wecken – zum Teil mit bisher nicht gezeigten Dokumenten und Exponaten. Die aktuelle Ausstellung „Konrad Adenauer 1876–1967. Rheinländer, Deutscher, Europäer“ wurde am 19. April feierlich eröffnet. Über allem thront Adenauers Wohnhaus mit spektakulärem Blick auf das Rheintal. Hier wurde selbstverständlich nichts verändert.

Ein modernes Raumkonzept vergrößerte die Ausstellungsfläche des Museums von 230 auf jetzt 300 Quadratmeter. Noch immer kommen im Schnitt 35.000 Besucher jährlich zu den Führungen. Nachdem das Adenauer-Museum 20 Jahre lang mehr oder weniger unverändert geblieben war, passt sich die jetzige Ausstellung mit Medienstationen, inszenierten Räumen sowie einem Multifunktionsraum für Schulklassen und Vorträge den heutigen Ansprüchen und Sehgewohnheiten an.

Da vor allem im Rheinland das Interesse am „Alten aus Rhöndorf“ unverändert groß ist, kommen in der neuen Dauerausstellung sowohl Adenauers Wirken als Kölner Oberbürgermeister als auch der rheinische Katholik Konrad Adenauer stärker als bisher zur Geltung. Künftig ist dem „Rheinländer“ Adenauer ein eigener Raum gewidmet. Es werden in alten Filmausschnitten alle wichtigen Großprojekte – wie etwa der Grüngürtel oder der Bau der Messe – vorgestellt, die Adenauer als Kölner OB vorangetrieben hat und mit denen er die Domstadt zur blühenden Metropole des Rheinlandes ausbaute. In den Vitrinen zu sehen sind Adenauers Anstellungsurkunde als Stadtoberhaupt und sein Taschen­kalender. Darin markierte der Zentrumspolitiker den Tag, an dem ihn die Nazis aus dem Kölner Rathaus vertrieben. Den größten Raum der neuen Dauerausstellung nimmt naturgemäß die Ära Adenauers als erster deutscher Bundeskanzler ein. Ein Blickfang dürfte der bunte Indianer­kopfschmuck sein, den der „Alte“ 1956 bei seiner Ernennung zum „Ehren­häuptling“ der Vereinigten Indianerstämme von Wisconsin erhielt.

Foto: Pressebild. Konrad Adenauer Stiftung, StBKAH

Die Ausstellung bringt dem Besucher Adenauer nicht nur als Staatsmann und überzeugten Europäer näher als bisher, sondern auch sehr privat und persönlich als Familienmensch, als Rosenliebhaber, Bocciaspieler, Erfinder von allerlei Praktischem wie dem elektrischen Insektentöter oder dem innenbeleuchteten Stopfei, als Krimileser und Kunstsammler. Die neue Dauerausstellung bietet Einsteigern ebenso wie Kennern einen kurzweiligen Einblick in das faszinierende Leben und Wirken Konrad Adenauers.

Öffnungszeiten der Gedenkstätte
07. Oktober bis 30. April:
Dienstag-Sonntag: 10.00-16.30 Uhr. Führungen durch Wohnhaus und Garten von 10 bis 16 Uhr zu jeder vollen Stunde.

01. Mai bis 05. Oktober:
Dienstag-Sonntag: 10.00-18.00 Uhr, letzte Führung zum Wohnhaus 17.15 Uhr. Führungen nach Bedarf.
Montag geschlossen!

Ausnahme: Pfingstmontag.
Ferner bleibt die Gedenkstätte an folgenden Tagen geschlossen: 24., 25., 26., 31. Dezember und 1. Januar
sowie an den Karnevalstagen (Weiberfastnacht, Karnevalssamstag, -sonntag und Rosenmontag).

Im kommenden Jahr, 2016, modernisieren wir für Sie unser Eingangsgebäude, damit Geschichte Zukunft hat. Führungen durch das Wohnhaus und den Garten sind selbstverständlich nach wie vor wie gehabt möglich. Bitte melden Sie sich ab Januar 2016 dazu an den Containern bei der Konrad-Adenauer-Str. 17 an!

Der Eintritt ist frei! Der Besuch des Wohnhauses ist nur im Rahmen einer Führung möglich!

Gruppen ab 10 Personen werden um Anmeldung gebeten:
Tel.: 02224-921-234
Fax: 02224-921-111
E-Mail: besucherdienst@adenauerhaus.de

Wichtiger Hinweis: 
Neuer Besucherparkplatz und Haltebucht für Reisebusse in der Rhöndorfer Straße neben der Feuerwache eröffnet! Von dort ca. 10 Minuten ausgeschilderter und bequemer Fußweg zum Adenauerhaus.

Der Parkplatz ist bewirtschaftet. Für eine maximale Parkdauer von drei Stunden ist zunächst ein Parkschein zu lösen. Den Quittungsabschnitt bitte nach Besuch des Adenauerhauses am Informationsschalter abgeben; Sie erhalten dann eine Wertmarke, deren Einwurf am Automaten Ihnen die Parkgebühr erstattet.

Für Reisebusse ist ebenfalls in der Rhöndorfer Straße 30, direkt neben der Feuerwache, eine Haltebucht zum Aus- und Einsteigen eingerichtet. Als Parkplatz stehen für Busse weiterhin Parkflächen in Bad Honnef am Bahnhof und bei der Endhaltestelle der Linie 66 – ca. acht Autominuten zum Haltepunkt – zur Verfügung.